Alexander Budde als abschreckendes Beispiel – und unsere V. gewinnt dennoch 3:1 gegen die VI. des Bochumer SV 02

Nach der deutlichen Auftaktniederlage gegen Ennepe-Ruhr-Süd war für unsere V. Mannschaft Wiedergutmachung erhofft. Als Mannschaftsführer hatte ich die Vorbereitung auf den Auswärtskampf beim Bochumer SV 02 VI daher besonders ernst genommen. Hier ein besonderes Dankeschön an Klaus Maibom, den ich zugunsten von Maximilian und der erneuten Nominierung von Luca herausrotiert hatte.
Zur Vorbereitung gehörte selbstverständlich auch die rechtzeitige Erinnerung in unserer WhatsApp-Gruppe, bitte spätestens um 13:45 Uhr im Spiellokal zu sein. Noch besser sei jedoch eine Ankunft zwischen 13:30 Uhr und 13:40 Uhr. Niemand solle kurz vor Spielbeginn hektisch den Eingang suchen oder orientierungslos über den Parkplatz laufen.
Die Mannschaft hielt sich erfreulicherweise an diese Vorgaben.
Der Mannschaftsführer in meiner Person hingegen betrachtete diese Vorgabe offenbar eher als unverbindliche Handlungsempfehlung.
Während alle anderen bereits vor Ort waren, führte ich noch einen Selbstversuch zum Thema „Wie knapp kann man seine eigenen Regeln eigentlich auslegen?“ durch. Um exakt 13:44 Uhr betrat ich schließlich selbstbewusst den Spielsaal und bewies damit, dass zwischen vorbildlicher Organisation und kontrolliertem Chaos manchmal nur sechzig Sekunden liegen.
Nachdem ich meine Rolle als abschreckendes Beispiel erfüllt hatte, konnte der eigentliche Mannschaftskampf beginnen - und der begann ausgesprochen erfreulich.
An Brett 1 erschien Lennarts Gegner leider nicht. Das Spiel (mit den weißen Steinen hätte ich ihm mehr als nur gegönnt).
Nach Ablauf der Karenzzeit von 30 Minuten stand damit der kampflose Punkt und unsere 1:0-Führung fest. Nach seiner unglücklichen Niederlage im ersten Mannschaftskampf, als er eine objektiv remisliche Stellung durch eine Fehlberechnung noch aufgegeben hatte, dürfte ihm dieser vergleichsweise entspannte Nachmittag allerdings kaum ungelegen gekommen sein.
Während an Brett 1 noch die Karenzzeit herunterlief, hatte Luca Philipp gefühlt bereits seine Partie gewonnen. Ob die Chronisten dieser Darstellung zustimmen würden, sei dahingestellt, der Eindruck drängte sich aber durchaus auf. Gegen einen deutlich älteren Gegner spielte Luca konzentriert, souverän und bemerkenswert abgeklärt. Sein Sieg war gleichzeitig der schnellste des Tages und hinterließ vor allem wegen seiner ruhigen und kontrollierten Spielweise einen starken Eindruck - Chapeau! 2-0 nach ungefähr einer halben Stunde und ein Mannschaftspunkt im Sack!
An Brett 2 traf Shlok Mankar auf Wolfgang Bruhnke. Shlok hielt kämpferisch dagegen, musste seinem erfahrenen Gegner am Ende jedoch gratulieren. Damit war der Mannschaftskampf wieder unklar.
Die Entscheidung sollte also am 4. Brett fallen fallen.
Während Luca und Shlok bereits als Zuschauer fungieren konnten, Lennart sich nach 2 Stunden oder so auch nach Hause begab, begann für Maximilian an Brett 4 die eigentliche Arbeitszeit erst richtig.
Seine Partie entwickelte sich zu einem Langzeitprojekt über 75 Züge.
Während Zuschauer sich möglicherweise fragten, ob die Erfindung des Remisangebots nicht vielleicht doch ihre Berechtigung hat, arbeitete Maximilian ungerührt weiter an seinem Vorteil. Zug um Zug wurde die Stellung verbessert, bis schließlich auch der letzte Widerstand überwunden war und der volle Punkt feststand.
Der Mannschaftsführer von Bochum und ich mussten hier und da als Schiedsrichter eingreifen, weil Maximilians Gegner mehrfach eine Figur eindeutig berührte und sie wieder zurückstellte um etwas anderes zu ziehen. Dennoch hätte es an Maximilians Vorteil nichts geändert.
Damit stand gleichzeitig auch das Endergebnis gegen Viertel vor 6, fast 6 Uhr fest:

Bochumer SV 02 VI – SV WAT 1930 V 1:3

Besonders erfreulich war dabei, dass die beiden ausgespielten Siege von Luca Philipp (der seine zweite Chance mehr als deutlich genutzt hat) und Maximilian Otto erzielt wurden. Beide lieferten starke Leistungen ab und zeigten auf, welches Potenzial in unserer V. Mannschaft steckt. Mit mehr Spielpraxis und Erfahrung -wer weiß, was in unseren Jungs noch für Potential steckt!

Shlok muss angesichts seiner Gegnerstärke überhaupt nicht enttäuscht sein – er hat an beiden Spieltagen solide gespielt und unterlag letztendlich der Ruhe und der Erfahrung seiner Gegner. Er wird es als Erfahrungen mitnehmen und daran wachsen, daran besteht für mich kein Zweifel. Er wirkt souverän auch in seinem Verlust und das ist seine Stärke!
So blieb am Ende nicht nur der erste Mannschaftssieg der Saison, sondern auch die Erkenntnis, dass das 0:4 aus dem Auftaktkampf nicht die ganze Wahrheit über die Spielstärke unserer Mannschaft erzählt.
Leute – das war sensationell und wisst ihr was? In der Tabelle stehen wir trotz des 0:4 gegen Ennepetal auf Rang 3!
Die zweite Erkenntnis des Tages betrifft allerdings weiterhin den Mannschaftsführer.
Wenn man seiner Mannschaft mehrfach einschärft, möglichst schon um halb zwei vor Ort zu sein und spätestens um 13:45 Uhr den Spielsaal betreten zu haben, sollte man vielleicht darauf verzichten, selbst erst um 13:44 Uhr durch die Tür zu kommen.

Autor Alexander Budde

So kann es weitergehen

Mit einem ziemlich glücklichen 5,5-2,5-Erfolg kehrte die Erste von ihrem Gastspiel bei der SG Kalk/Deutz aus Köln zurück.
Zwar sah es zu Beginn sehr vielversprechend aus, da Thomas Peter sehr schnell taktisch gewinnen konnte und einige weitere vorteilsträchtige Stellungen zu vermelden waren, worauf Walter Wengenroth und Wilfried Schröder ihre ausgeglichenen Schwarzpartien Remis geben konnten. Dann aber gab es gleich an drei Brettern taktische Überseher, die in teils deutlich schlechteren Stellungen mündeten. Ulf Gohla konnte zwar seinen positionellen Vorteil in ein Turmendspiel mit Mehrbauern transformieren, das er sicher gewann, während Kai-Uwe Schiffer seine stets angenehmere Stellung im ungleichen Läuferendspiel letztlich Remis geben musste. Das alles hätte allerdings nicht gereicht, wenn in der Zwischenzeit nicht Thomas Thiel seine Minusfigur in ein gewonnenes Turmendspiel und Matthias Körber seine Minusqualität in ein studienhaftes Damenendspiel mit Mehrbauern verwandelt hätten. Letztlich gewannen beide, sodass der Mannschaftssieg feststand und die Niederlage von Johannes Franke trotz enormer Gegenwehr nicht mehr ins Gewicht fiel.
Damit bleibt die Erste verlustpunktfrei ganz oben - in vier Wochen geht es mit einem Heimkampf gegen Niederkassel weiter.

Autor: Ulf Gohla

Die Dritte spielt schon wieder 4:4

Diesmal musste die Dritte nun wirklich auswärts in Hattingen antreten. Die Anreise gestaltete sich schwierig, da in Hattingen City ein Fest inkl. verkaufsoffener Sonntag stattfand, was eine sehr schwierige Parkplatzsuche auslöste.

Zunächst begann der Kampf mit zwei recht schnellen Remis der Bretter 2 und 3, Jörg Döhmann und Klaus-Peter Hielscher, in recht ereignislosen Positionen. Leider verlor Tobias Schlange in seiner Debütpartie in der Dritten nach einem Figurenverlust in der Eröffnung seine Partie.
Als in Zeitnot Peer Bruns in guter Stellung den Überblick und die Partie verlor und auch Tanja Kraus in Zeitnot die Qualität einstellte, sah es düster aus. Pascal Feltens Partie war ein Auf und Ab und im Endspiel dann Remis. Glücklicherweise stellte Tanjas Gegner nach der Zeitkontrolle die Qualität wieder ein, so dass sie noch ein Remis erreichte. Am Spitzenbrett  zerlegte Henryk Kasprowski seinen Gegner richtig, die Eröffnung gelang Altmeister Kapenko, das Mittelspiel überlebte er, doch im Endspiel zeigt Henryk seine Überlegenheit und gewann souverän. Topscorer Guido Koch war es vorbehalten, nach fünf Stunden, seine Mehrfigur in einen Sieg umzumünzen und das Unentschieden zu retten.

Sieg

Mit einem ziemlich schmeichelhaften 5,5-2,5-Erfolg beim altehrwürdigen Dortmunder SV kehrte die Zweite zurück in die Erfolgsspur. Dabei sah es lange nicht unbedingt nach einem Sieg aus. So remisierten Thomas Thelen sehr schnell und Ulf Gohla schnell ihre sehr ausgeglichenen Stellungen, aber Stefan Schlange gelangte auf Eröffnungsabwege, erlangte keine Kompensation für die geopferte Figur und verlor. Zwar konnten Thomas Peter nach Qualitätsgewinn und Gerd Schmedders nach mehrfachem Bauerngewinn in ähnlichen Strukturen ihre Partien gewinnen, aber an den hinteren drei Brettern bedurfte es schon einiges an Schachglück. Mohammed Said Amin gewann dann in der Tat nach lange Zeit sehr gedrückter Stellung durch taktische Wendungen. Zwei war der von Peer Bruhns aus einem Spiel mit verteilten Chancen fein erarbeitete Endspielvorteil wegen der berühmten ungleichfarbigen Läufern nicht ganz zu gewinnen, aber der Mannschaftssieg war damit unter Dach und Fach. Der wurde dann von Uli Schlee durch einen Sieg mit ein paar Kraftzügen gegen den gegnerischen König nach zwischenzeitlich eher trostloser Stellung noch abgerundet. Bereits in zwei Wochen geht es weiter mit dem Heimspiel gegen Katernberg III.

Autor: Ulf Gohla